In der Kapelle in Rustow feiern wir zwei Mal im Monat Gottesdienst. Die Termine werden in unserem Gemeindebrief „Kirch un Lüd” bekanntgegeben.

Der Ortsteil Rustow gehörte von Anfang an zur Parochie (Pfarrsprengel) Loitz.
Seit 1343 kann der entsprechende Nachweis geführt werden. Eine mittelalterliche Kapelle lässt sich erschließen. Erstmals wird die Kapelle 1545 genannt und nach dem Nordischen Krieg 1735 als "wüst" bezeichnet.

Im Jahr 1790 ließ der damalige Besitzer von Rustow, Samuel Adolf von Bärenfels, offenbar auf die Mauern der alten Kapelle, eine neue Kapelle nach Entwürfen von Johann Gottfried Quistorp errichten. Bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts scheinen die erhalten gebliebenen unteren Teile der Umfassungswände zu einer kreuzgratgewölbten Gruft ausgebaut worden zu sein. Die von Quistorp errichtete Kapelle bildet gleichsam ein zweites Geschoss. Um dieses Geschoss dem Erdreich anzugleichen, waren beträchtliche Aufschüttungen notwendig. Eine Freitreppe führt zu dem ehemals mit einem Segmentbogengiebel betonten Portal.

Der am Anfang des 20. Jahrhunderts noch vermauerte Eingang zur Gruft auf der Ostseite ist inzwischen geöffnet worden. Die Gruft wurde in den 1950er und 1980er Jahren freigeräumt und als Gemeinderaum mit Toilette, Teeküche und Heizungsraum hergerichtet. Der saalartige Kapellenraum ist mit einem in den Dachbereich hineinreichenden, hohen, hölzernen Spiegelgewölbe abgeschlossen. Der Kanzelaltar und Teile des sich unmittelbar anschließenden Gestühls für den Pfarrer auf der Südseite und den Patron auf der Nordseite blieben bei den jüngsten Renovierungen erhalten, das einfache sich nach Westen anschließende Kastengestühl wurde durch eine neue Bestuhlung ersetzt. Ein ursprünglich offenbar zum Patronatsstuhl gehörendes Wappen der Bärenfels befindet sich jetzt gegenüber dem Altar als Bekrönung des Windfangs. Das in den 1980er Jahren erneuerte Schalengewölbe blieb bisher holzsichtig. Der ursprüngliche Raumeindruck ist dadurch beträchtlich verändert worden. Wir haben uns einen weiß getünchten Saal vorzustellen, dessen Wände durch ein leicht profiliertes, blau gestrichenes Gesims von der gewölbten, ebenfalls weiß gestrichenen Decke abgehoben wurde. Der mit dorischen Säulen geschmückte Kanzelaltar sowie die übrige Ausstattung war in einem hellen Grau gestrichen und lichtblau abgesetzt. Vergoldungen am Altar hoben ihn als Blickfang und Sinnzentrum deutlich hervor. Eine in Sparsamkeit gegründete "edle Einfachheit" hatte zu einem kleinen, festlichen Kirchenraum geführt.